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Die Textart

Handelt es sich bei meinem Text um einen Roman, einen informativen Kurztext oder eine Überschrift? Oder vieleicht auch NUR, um eine Verlinkung auf der Website mittels Button? Die Textart setzt uns Gestaltern bereits einige Grenzen in der Schrift-, Schriftgrößen- und Farbwahl.

Eine grobe Übersicht:

Bei einer Über­schrift

sollte der Leser schnell und ohne augen­zukneifen lesen können worum es geht. Zusätzlich gibt sie dem Auge eine Leitstruktur: “Was ist als nächstes dran? Worum geht es hier?”. Das heißt für helle Seiten : Die Schriftfarbe sollte dunkler oder farbenstärker sein als der restliche Text. Auf dunklen Seiten andersrum. Die Schrift sollte etwas größer sein und je nach Größen­unterschied zum Fließext gebe ich der Überschrift gerne eine abweichende Strichstärke oder sogar eine komplett andere Schriftfamilie.

Überschrift

dunkle Schrift auf hellem Grund.
Das ganze in zwei bis drei Zeilen.

Überschrift

helle Schrift auf dunklem Grund.
Das ganze in zwei bis drei Zeilen.

Über­schrift mal anders

starke Abgrenzung zwischen Titel und Fließtext, durch extreme Schriftkontraste.

Über­schrift mal anders

starke Abgrenzung zwischen Titel und Fließtext, durch extreme Schriftkontraste.

Für einen Roman

oder einen längeren Blogeintrag kommen wesentlich mehr Schriftzeichen auf die Fläche, als bei der Überschrift. Zumindest ist das der Regelfall. Also sollte der Kontrast zwischen Schrift und Hintergrund nicht zu krass sein. Wieso? 
Weil die Lesbarkeit bei zu hohem, sowie auch bei zu niedrigem Kontrastverhältniss anstrengend wird. Ich werde später noch einen separaten Blog-Beitrag zu diesem Thema ergänzen, wenn du mir schreibst, das du interessiert an diesem Thema bist.
Der Zeilenabstand (ZAB) sollte um die 115% bis 135% liegen. Hier eine Gegenüberstellung von zwei Negativ-Beispielen unter und über den angegebenen Werten:

zu geringer ZAB

Zu geringer Zeilenabstand (90%) lässt bei längerem Lesen die Zeilen untereinander verschwimmen und strengt die Augen­muskulatur unnötig an.

Er hörte leise Schritte hinter sich. Das bedeutete nichts Gutes. Wer würde ihm schon folgen, spät in der Nacht und dazu noch in dieser engen Gasse mitten im übel beleumundeten Hafenviertel? Gerade jetzt, wo er das Ding seines Lebens gedreht hatte und mit der Beute verschwinden wollte! Abgeschieden wohnen sie in Buchstabhausen an der Küste des Semantik, eines großen Sprachozeans. Ein kleines Bächlein namens Duden fließt durch ihren Ort und versorgt sie mit den nötigen Regelialien.
Es ist ein paradiesmatisches Land, in dem einem gebratene Satzteile in den Mund fliegen. Nicht einmal von der allmächtigen Interpunktion werden die Blindtexte beherrscht – ein geradezu unorthographisches Leben. Eines Tages aber beschloß eine kleine Zeile Blindtext, ihr Name war Lorem Ipsum, hinaus zu gehen in die weite Grammatik. Der große Oxmox riet ihr davon ab, da es dort wimmele von bösen Kommata, wilden Fragezeichen und hinterhältigen Semikoli, doch das Blindtextchen ließ sich nicht beirren.

zu hoher Kontrast

Zu hoher Abstand (300%) stört den Zusammenhang der einzelnen Zeilen und strengt die Augenmuskulatur unnötig an.
Eines Tages aber beschloß eine kleine Zeile Blindtext, ihr Name war Lorem Ipsum, hinaus zu gehen in die weite Grammatik. Der große Oxmox riet ihr davon ab, da es dort wimmele von bösen Kommata, wilden Fragezeichen und hinterhältigen Semikoli, doch das Blindtextchen ließ sich nicht beirren.

Mal ehrlich… diese beiden Texte zu lesen hat keinen Spaß gemacht. Hast du auch nur die ersten Zeilen gelesen und danach einfach weitergescrollt?

Ver­link­ungen

werden standardmäßig in einem knalligen blau und unterstrichen dargestellt. Die Hervorhebung ist wichtig, um dem Leser zu suggerieren, dass dieser hier klicken kann, um an ein bestimmtes Ziel zu kommen. Allerdings stört dieses Knallblau die Ästhetik und damit wieder den Lesefluß. Schöner werden Links in einer ähnlichen Farbe wie der umgebende Text dargestellt oder mit einer Unterstreichung hervorgehoben oder mit einer sanften anderen Farbe wie hier: Link zum Seitenanfang.

Warum nicht einfach “dicker” machen?

Weil die meisten Internetnutzer die Unterstreichung und den Farbwechsel gewohnt sind. Wer es drauf ankommen lassen möchte, kann von diesen Konventionen gerne abweichen, muss aber dann in Kauf nehmen, wenn die Leser nicht weiterklicken.

This is a CTA

Ein CTA (Call-to-Action) ist eine Verlinkung, die über ein Bild, ein bestimmtes Wort, ein auffällig platziertes Element oder eine Karte eine Aktion des Users anstrebt.

Auch wir sind Verlinkungen

nur ist hier sofort
- auf einen Blick -
erkennbar, wohin der Klick auf einen Social-Media-Button mich führt.

Ich denke du konntest hier ausreichend Beispiele zum Typografie-Thema TEXT finden, die einfaches Verständnis von Textdarstellungen und warum bestimmte Einstellungen wofür geeignet sind oder eben nicht.

Hat dir der Beitrag gefallen, dann freue ich mich, wenn du mir einen Kommentar da lässt 🙂

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